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Nach 50 Jahren macht Alice Schwartzer Schluss mit dem Magazin Emma (Foto: November-Dezember-Ausgabe der Emma) – Foto: Emma Frauenverlags GmbH

Das Ende einer Ära: Alice Schwarzer stellt Emma ein

Überraschendes Aus einer Zeitschriften-Legende: Alice Schwarzer hat am Mittwoch (21. Oktober 2026) mitgeteilt, das feministische Magazin Emma einzustellen. Die letzte Ausgabe erscheint nach 50 Jahren am 8. Dezember 2026 und soll als Jubiläumsheft die doppelte Seitenzahl wie üblich umfassen. Darin will die Redaktion Bilanz zu ihren 50 wichtigsten Themen ziehen. 

Es sollte anders kommen. 398 Ausgaben werden es im Dezember sein. Das Magazin habe Deutschland ein Stück verändert, so Schwarzer, die den Titel während der gesamten Zeit als Herausgeberin und Geschäftsführerin der Emma Frauenverlags GmbH leitete.

Bemerkenswert ist die Begründung für das Aus. Angeführt werden nicht wirtschaftliche Faktoren. "Wir gehen nicht aus ökonomischen Gründen. Sicher, auch unsere Auflage sinkt. Aber unsere Einnahmen decken immer noch die Ausgaben. Und ein finanzielles Polster schützt uns", sagt Schwarzer. Man gehe stattdessen, weil man meine, es reiche. "Emma hat über drei Feministinnen-Generationen die Stellung gehalten, hat allen Moden widerstanden und gegen so manchen Unsinn im Namen des Feminismus Stellung bezogen", so die Herausgeberin weiter, und ergänzt: "Jetzt sind wir ermattet." Ähnlich klingt es in einem Schreiben der Redaktion in der aktuellen Ausgabe: "Wir […] sind ganz einfach erschöpft. Auch unsere Kräfte sind begrenzt. Jede von uns macht die Emma jetzt seit neun bis 50 Jahren."

Den Titel in neue oder weitere Hände zu geben, hat offenbar nicht funktioniert. Man sei mehrheitlich seit etwa 30 Jahren ein Team und habe immer wieder versucht, weitere Kolleginnen „in unserem Geiste zu finden“, heißt es weiter. "Es gibt sie. Aber sie sind, trotz unseres vielfachen Werbens, dann doch lieber in die etablierten Medien gegangen bzw. darin geblieben." Laut eigenen Angaben ist Emma "seit Jahrzehnten weltweit das einzige feministische Publikumsmagazin am Kiosk". 

Nach Erscheinen der letzten Ausgabe wird das Emma-Archiv vollständig in den Bestand des Deutschen Literaturarchivs Marbach aufgenommen. Ab 2029 soll es Interessierten offenstehen.

Ganz verschwinden soll die Marke nicht. Die Website der Emma soll "weiterhin lebendig sein", schreibt die Redaktion in der aktuellen Printausgabe. Konkret ist ein "Forum für feministische Information, Kommunikation und Aktion" geplant. Auch ein Newsletter wurde in Aussicht gestellt.

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