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Wenn sich die Internetsuche verändert, muss sich bei den Unternehmen diesbezüglich auch die Erfolgsmessung ändern - Foto: Mohamed Nohassi on Unsplash

Search im Umbruch: Neun Kennzahlen für die Sichtbarkeit im KI-Zeitalter

Die digitale Suche befindet sich bekanntermaßen im Wandel. Statt sich durch klassische Trefferlisten zu klicken, erhalten Nutzerinnen und Nutzer zunehmend direkte Antworten, Zusammenfassungen und Empfehlungen von generativen KI-Systemen. Für Unternehmen verändert sich damit die Frage, was digitale Sichtbarkeit eigentlich bedeutet. Wobei natürlich der bisherige Blick auf Rankings und hohe Klickraten nicht an Relevanz verlieren. Doch sie reichen bei weitem nicht mehr aus, um die Präsenz einer Marke im digitalen Raum vollumfänglich zu bewerten.

Nun hat der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) diese Entwicklung in seinem Paper „Search im Umbruch – Die neun wichtigsten KPI“ aufgegriffen.

Diese neun KPIs lassen sich in sich in drei zentrale Dimensionen bündeln: Sichtbarkeit, Wahrnehmung und Geschäftswirkung.

Zur Sichtbarkeit gehören vier Kennzahlen: Der Citation Share zeigt, wie häufig die eigene Domain als Quelle zitiert wird. Der Mention Share erfasst Markennennungen unabhängig von Verlinkungen, während der Share of Voice die Präsenz im Wettbewerbsumfeld misst. Der Share of Model ergänzt diese Perspektive um die Frage, welchen Anteil eine Marke an den Nennungen innerhalb ihrer Kategorie einnimmt – einschließlich ihrer Prominenz und Einordnung.

Die zweite Dimension betrifft Qualität und Relevanz der Markenwahrnehmung. Der Sentiment Score bewertet die Tonalität der Darstellung, die Brand Mention Accuracy prüft die sachliche Richtigkeit der Informationen. Der Recommendation Share zeigt, wie häufig eine Marke ausdrücklich empfohlen wird. Die Prompt Coverage wiederum gibt Aufschluss darüber, wie gut die untersuchten Suchanfragen tatsächliche Nutzerfragen und -gespräche abbilden.

Die dritte Dimension verbindet KI-Sichtbarkeit mit dem wirtschaftlichen Erfolg. Der AI Conversion Impact untersucht, welchen Einfluss die Präsenz einer Marke in generativen Antworten auf Leads, Conversions, Umsatz und weitere Geschäftsziele hat.

Die neun wichtigsten KPI im Überblick

 

Quelle: BVDW

Fehlende Datenbasis erschwert die Erfolgsmessung

Allerdings, räumt der BVDW ein, hat die neue Erfolgsmessung noch ihre Grenzen, weil bislang eine systemübergreifend vergleichbare Datenbasis fehlt. Als Grund nennen die Autoren des Whitepapers, dass die KI-Antworten je nach Kontext, Zeitpunkt und Modellversion variieren und Messungen meist auf Stichproben definierter Prompts beruhen. Auch die Kennzahlen verschiedener Monitoring-Tools seien wegen ihrer unterschiedlichen Definitionen und Berechnungsgrundlagen nicht ohne Weiteres vergleichbar sind.

Der BVDW empfiehlt deshalb ein schrittweises Vorgehen: Unternehmen sollten relevante Themen und Nutzerfragen festlegen, ihre Präsenz in unterschiedlichen KI-Systemen regelmäßig untersuchen und die Ergebnisse mit ihren Marketing- und Geschäftszielen verknüpfen. Entscheidend dabei seien transparente Definitionen und konsistente Messverfahren.

Unterm Strich lässt sich also das Fazit ziehen: Die neun KPI ersetzen SEO nicht, sondern erweitern dessen Perspektive. In der sogenannten „Answer Era“ zählt nicht allein, ob eine Marke sichtbar ist. Entscheidend ist, ob KI-Systeme sie verstehen, korrekt darstellen, als vertrauenswürdige Quelle einordnen und im passenden Kontext empfehlen.