
Marcel Wontorra ist neuer und erster Geschäftsführer der Frauen-Bundesliga. Bild: Frauen-Bundesliga FBL e. V.
Frauen-Bundesliga engagiert neuen Geschäftsführer
Marcel Wontorra wird erster Geschäftsführer der künftigen Spielbetriebs GmbH des Frauen-Bundesliga FBL e.V. mit Sitz in Frankfurt am Main. Bisher ist Wontorra als Chief Operating Officer der Streaming-Plattform Dyn Sport tätig, die mehrheitlich dem Medienkonzern Axel Springer in Berlin und der Schwarz-Gruppe in Neckarsulm sowi gehört. Das Präsidium und die am Auswahlverfahren beteiligten Vertreter:innen der Fußballklubs haben sich einstimmig für ihn entschieden. Wann er sein Amt antritt, steht noch nicht fest.
Wontorra gehört seit 2022 der Geschäftsführung von Dyn Sport (vormals S Nation Media) an und war von Anfang an in den Aufbau der Plattform involviert. Dort verantwortete er unter anderem die Redaktion, Sportrechte, Business Intelligence, Finanzen und Personal und baute Partnerschaften mit Sportligen und Verbänden mit auf.
Zuvor arbeitete er zwischen 2016 und 2022 bei Axel Springer und der seit 2009 dazugehörigen Stepstone-Gruppe. Bei Axel Springer war Wontorra unter anderem als Investment Manager und als Leiter des Büros von Vorstandschef Mathias Döpfner. Der Betriebswirt ist der Sohn des früheren Sportmoderators Jörg Wontorra und der Bruder der Moderatorin Laura Wontorra.
FBL-Präsidentin Katharina Kiel begründet die Personalentscheidung mit Wontorras Erfahrung im Sport- und Medienbereich sowie seinen strategischen und kaufmännischen Kenntnissen.
Wontorra selbst sieht sportliches und wirtschaftliches Wachstumspotenzial in der Frauen-Bundesliga: „Gemeinsam mit den Clubs wollen wir die mediale und digitale Reichweite der Liga ausbauen und ihre Attraktivität für Fans, Spielerinnen sowie Medien- und Sponsoring-Partner steigern. Das Präsidium hat dafür sehr gute Voraussetzungen geschaffen.“
Die Frauen-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im deutschen Frauenfußball, umfasst 14 Klubs und wurde bislang vom Deutschen Fußball-Bund (DFB), dem Dachverband des Fußballs in Deutschland, organisiert und vermarktet. Ende 2025 gründeten die Klubs den FBL e.V. unter der Führung von Katharina Kiel. Der FBL e.V. lehnte ein Joint Venture mit dem DFB ab und setzte die Ausgliederung durch. Im September 2026 beschloss ein außerordentlicher DFB-Bundestag einstimmig die organisatorische Eigenständigkeit der Liga.
Zum 1. Juli 2027 übernimmt der FBL e.V. vom Deutschen Fußball-Bund die Verantwortung für die Ausrichtung, die Durchführung und die Vermarktung der Liga. Während die Saison 2026/27 noch als Übergangsjahr dient, wird die Saison 2027/2028 die erste unter der neuen, von den Clubs kontrollierten Struktur. Vorbild ist die Deutsche Fußball Liga (DFL), die 2000 gegründet wurde, um den professionellen Männerfußball organisatorisch und wirtschaftlich eigenständig zu organisieren. Mit eigener Vermarktung sowie eigener Ausschreibung der Medienrechte wollen die Clubs ihre ökonomische Stärke vorantreiben.
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Marvin Ehrenpfort 28.10.2026
