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Bertelsmann vermeldet Ergebnisrückgang und kündigt Konzernumbau an


Das Gütersloher Medienunternehmen Bertelsmann hat 2011 seinen Umsatz um 1,2 Prozent auf 15,3 Mrd. Euro (Vj: 15,1 Mrd. Euro) verbessert. Das organische Wachstum betrug 1,7 Prozent. Das Operating Ebit ging von 1,83 Mrd. auf 1,75 Mrd. Euro zurück. Die Umsatzrendite sank von 12,1 auf 11,4 Prozent. Sondereffekte vor allem aus Geschäften in strukturell rückläufigen Märkten schlugen sich in einem verringerten Konzernergebnis nieder. Das Konzernergebnis fiel 2011 mit 612 Mio. Euro (Vj. 656 Mio. Euro) geringer aus als prognostiziert.

Der seit Jahresbeginn amtierende Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Thomas Rabe (Foto), erklärte: "Vorrangiges Ziel ist es, das Unternehmen wachstumsstärker, digitaler und internationaler aufzustellen. Dies wollen wir über vier strategische Stoßrichtungen erreichen: erstens über die weitere Konsolidierung und Stärkung unseres Portfolios, zweitens durch eine beschleunigte digitale Transformation unserer Kerngeschäfte, drittens die Bildung neuer Wachstumsplattformen und viertens die Expansion in neue geografische Wachstumsregionen. Auf dieser Basis wollen wir Bertelsmann in den kommenden fünf bis zehn Jahren umbauen."

Weiter sagte er: "Wir werden einen großen Teil unserer Investitionsmittel künftig in Neugeschäfte lenken, für die klare Vorgaben gelten: Sie sollten ein attraktives langfristiges Wachstumspotenzial aufweisen, global angelegt sein und von der Entwicklung der digitalen Medien profitieren. Beispiele sind hier unser erfolgreiches Musikrechte-Engagement und die neuen Aktivitäten im Bildungsbereich. Zugleich werden wir unsere Präsenz in Ländern wie Indien, China und Brasilien verstärken."

Bertelsmann investierte 2011 wieder deutlich mehr als in den Vorjahren: Insgesamt beliefen sich die wirtschaftlichen Investitionen auf gut 1,1 Mrd. Euro (Vj: 0,8 Mrd. Euro). Die Nettofinanzschulden wurden dennoch reduziert. Sie sanken zum 31. Dezember 2011 auf 1,8 Mrd. Euro nach 1,9 Mrd. Euro im Vorjahr. Die weiter gefassten wirtschaftlichen Schulden betrugen unverändert 4,9 Mrd. Euro.

Zu den Aussichten für das laufende Geschäftsjahr sagte Rabe: "Bertelsmann ist gut ins neue Jahr gestartet. Wenn sich das Wirtschaftswachstum in den für uns relevanten Märkten stabil bis leicht positiv entwickelt, rechnen wir für 2012 mit einem moderaten Umsatzanstieg, mit einem Operating Ebit auf weiterhin hohem Niveau, einer Umsatzrendite von mehr als elf Prozent sowie mit einem höheren Konzernergebnis als 2011."

Bertelsmann plant darüber hinaus einen Wechsel der Rechtsform von der Aktiengesellschaft in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA). Konkret beabsichtigt ist im Zuge der internationalen Ausrichtung des Konzerns die Umwandlung in eine SE & Co. KGaA. Eigentumsverhältnisse an der Gesellschaft und die Struktur des Unternehmens bleiben unverändert.

Zum Ende des Geschäftsjahres 2011 beschäftigte Bertelsmann weltweit 100.626 Mitarbeiter (Vj.: 97.528). Der Anstieg um 3.098 Beschäftigte ist neben organischem Wachstum auch auf Akquisitionen zurückzuführen.

Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche:

Die RTL Group steigerte 2011 den Umsatz um 4,0 Prozent auf 5,8 Mrd. Euro (Vj.: 5,6 Mrd. Euro), das Operating Ebit stieg leicht um 1,7 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro (Vj.: 1,1 Mrd. Euro). Die Umsatzrendite betrug 19,3 Prozent (Vj.: 19,7 Prozent).

Der Umsatz des Publikumsverlags Random House knickte 2011 um 4,3 Prozent auf mit 1,7 Mrd. Euro ein (Vj.: 1,8 Mrd. Euro). Das Operating Ebit stieg um 6,9 Prozent auf 185 Mio. Euro (Vj.: 173 Mio. Euro). Die Umsatzrendite erreichte 10,6 Prozent nach 9,5 Prozent im Vorjahr.

Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr steigerte 2011 den Umsatz um 1,2 Prozent auf 2,3 Mrd. Euro (Vj.: 2,3 Mrd. Euro). Zu dem Anstieg trugen insbesondere Geschäfte in Deutschland sowie das US-Druckgeschäft Brown Printing bei. Das Operating Ebit brach jedoch um 10,4 Prozent auf 233 Mio. Euro ein (Vj.: 260 Mio. Euro).

Der globale Business-Process-Outsourcing-Dienstleister Arvato hat 2011 seinen Umsatz um 2,5 Prozent auf 5,4 Mrd. Euro (Vj.: 5,2 Mrd. Euro) gesteigert; das Operating Ebit lag mit 341 Mio. Euro um 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert von 347 Mio. Euro. Die Umsatzrendite betrug 6,4 Prozent (Vj.: 6,6 Prozent).

Der Bereich Corporate, der das Corporate Center mit allen Zentralstandorten des Bertelsmann-Konzerns sowie die Corporate Investments umfasst, weist für 2011 einen Umsatz von 382 Mio. Euro (Vj.: 524 Mio. Euro) und ein Operating Ebit von -125 Mio. Euro aus (Vj.: -62 Mio. Euro).



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() 28.03.2012


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